The Driver’s View – Unser Road Trip vom Fahrersitz!

Norwegen ist ein Land für mehrmals, nicht für einmal,

so groß und solche Entfernungen sind wir in Mitteleuropa gar nicht mehr gewohnt. Allein die Anfahrt ist eigentlich das ausschlaggebende. Vorausgesetzt man wohne in Schleswig Holstein, wer würde da nicht regelmäßig nach Norwegen fahren. 3-4h nach Hirtshals und schon geht der Trip mit der Fähre los – in 6-7h in Norwegen, ein Traum und für uns Süddeutsche unerreichbar. Umso mehr macht der Fahrer sich seine Gedanken zu Strecke, Verlauf, Verbrauch und vielem mehr, schlägt doch so eine Reise, auch wenn es nur nach Südnorwegen geht, ganz schnell mit 4-5.000km zu Buche, ganz schön happig. Aber was soll ich sagen? Es lohnt sich doppelt und dreifach, dass einzige was letztendlich weg fällt sind spontane Trips für wenige Tage – so masochistisch bin ich hinterm Steuer dann auch nicht veranlagt.
Vom fahren her kann ich nur allen stressgeplagten Vielfahrern Norwegen empfehlen. Auf dem Weg durch Deutschland hetzt man sich, auch mit einem Kastenwagen der für ca. 140-150kmh gut ist, von einem Stau in den nächsten. Dabei wäre es einfach die Strecke auf 3-4 Etappen aufzuteilen um so die Gelegenheit zu haben das eigene unbekannte Land zu entdecken. Ich weiß nicht wann aber irgendwann wird die Zeit dafür kommen, trotz einem Sommer in Norwegen.

 

Kommt man nach Dänemark wird es langsam aber sicher relaxter, weniger Autos, weniger Verkehr und die reduzierte Geschwindigkeit sorgen nach und nach für einen reduzierten Puls. Ab Norwegen schläft dieser dann regelrecht ein. Das ganze Land fährt wie unter Baldrian Tropfen, dass ist sicherlich den geringen zugelassen Geschwindigkeiten (60-80kmh auf Landstraßen, 90kmh auf Autobahnen, sehr selten 110kmh auf Autobahnen) geschuldet aber auch dem tiefenentspannten Fahrstil, in 2 Wochen gab es kein Hupen, keine wilden Gesten, keine wutverzerrten Fratzen sondern einfach höfliche ruhige und einen immer reinlassende Fahrer. Selbst Radfahrer, die nicht allzu oft vorkommen werden im großen Bogen überholt. Lediglich einige LKW Fahrer waren die Ausnahme der Regel und manchmal etwas hurtig unterwegs, der Termindruck scheint ihnen auch in Norwegen unter den Fingern zu brennen.

 

Als aufmerksamer Camper hat man ja immer am Steuer eine interessiertes Auge für die anderen Verkehrsteilnehmer vorzugsweise andere Camping Fahrzeuge. Es lässt einen nicht los und man schaut dann doch immer wieder wo die entgegenkommen Fahrzeuge so herkommen. Dabei hat uns Norwegen mehr als überrascht. Nicht nur das die Wohnmobildichte außergewöhnlich hoch ist, es vergehen keine 5-10 Minuten ohne das nicht eines dir entgegenkommt, es sind zu deutlich über 50% die Norweger selber die da am Reisen sind. Das ist uns so in einem kleinen Bevölkerungsland (ca. 5 Mio. Einwohner) auch noch nicht passiert, bei uns vor der Haustür ist ja Österreich da kennen wir das ganz anders.
Bei allen anderen geht es viel bunter zu als angenommen. Deutsche, Holländer, Dänen aber auch Franzosen, Tschechen, Italienern und Polen läuft man über dem Weg. Erstaunlich, immer wieder sind auch Spanier dabei, da soll sich bei uns noch einer über die Anfahrt beklagen. Unser schönster Exot war dann ein alter T2 aus Italien, da gilt definitiv die Devise „Der Weg ist das Ziel“.

 

Als Fahrer hat man natürlich auch das Thema Tanken und Fahrtkosten im Auge. Mit kleinen Horrorgedanken ob der Spritpreise und des Verbrauchs – am Ende hat mich beides überrascht. Ja es ist teuer aber nicht so wie erwartet. Das schlimmste lag irgendwo bei ca. 1,57 EUR den Liter Diesel aber ebenso wie in Deutschland pendelt der Preis doch gewaltig abhängig von Region, Zeitpunkt, etc. Wer also frühzeitig schaut und nicht auf den letzten Tropfen tanken muss der kann auch den Liter für ca. 1,39 EUR ergattern. Und das ist dann wirklich nicht mehr ganz so schmerzhaft wie befürchtet. Der Verbrauch ist laut eigener Anzeige im Auto nicht bedeutend anders als bei uns, auch wenn es ständig rauf und runter geht, subjektiv betrachtet hatte ich sogar eher das Gefühl das er sehr moderat ausfällt, hier schlagen offensichtlich die niedrigen Geschwindigkeiten durch.
Ansonsten kann ich nur sagen, ich als berufsmäßiger Vielfahrer und bekennender Gernefahrer habe mich pudelwohl gefühlt, hoch, runter, Serpentinen und Schotterpisten, es war alles dabei, am Ende daher der ultimative Tipp! Vermeidet Schnellstraßen und Autobahnen (da wo es sie gibt) und nehmt euch die Zeit für die vielen kleinen sehr interessanten Straßen, es lohnt sich! Allerdings solltet Ihr Google Maps und Co. dabei nicht immer blind vertrauen, uns haben die kleinen Helferlein durchaus in das ein oder andere Abenteuer gebracht, mit gutem Ausgang aber auch mit dem sorgenvollen Blick der anderen Familienmitgliedern.

 

Viele Grüße vom Fahrersitz!

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