Alpencross mit Kindern? Klar! Warum nur einmal? | Camping “ Via Claudiasee“

So da war er nun da, der 3. Juni, unser Starttag in den zweiten Alpencross. Nach einigem hin und her überlegen was wir Pfingsten machen wollen, haben wir in den Osterferien, nach unserem Trip Lago di Caldonazzo bis Lago di Garda beschlossen mal wieder per Bike mit unserem altbewährtem Begleitfahrzeug-Lotta&Peter samt Luzie&Bob im Schlepptau zum Lago zu fahren.
Tja das war vor gerade mal 7 Wochen. Im Rahmen von schulischen Lernaktivitäten, Arbeit, Freizeitsport und dem üblichen täglichen Wahnsinn gepaart mit völlig verplanten Wochenenden und einem 12jährigen, der zunehmend wenig Böcke hat mit Muttern zu trainieren nicht wirklich zufriedenstellende Voraussetzungen.
Vor allem, wenn man bedenkt wie viel wir vor der letzten Tour im August 2015 trainiert haben, auf den Berg immer und immer wieder, dazu Micks Langlauf-Konditionstraining.
Naja was soll´ s dachten wir uns. Zumindest war beim Sohnemann zur Stunde der Abfahrt die Lust mit mir über die Alpen zu fahren vorhanden Juhu!

Alpencross – 1.Tag

Der Einstieg – einrollen bis nach Biberwier

Strahlender Sonnenschein und Wärme Temperaturen gaben uns den letzten Ansporn und so fuhren wir nach einem köstlichen Frühstück entspannt los. Unserem Team gaben wir noch restliche Erledigungen mit auf dem Weg, damit die zwei (vier) nicht zu lange auf uns warten müssen.
Die Strecke kennen wir ja nun auch zur Genüge und so traten wir gemütlich gen Süden. Gemütlich naja, Mick legte ein atemloses Tempo hin, das gar nicht so gemütlich war, aber gut so ( vorausgesetzt er würde es durchhalten).
Geplant haben wir ja total ruhig inkl. einem Pausentag am Freitag, 9.6. , anzukommen, also mehr als genug Zeit.
Nach einer ausgiebigen Pause inmitten des Radwegs kurz vor Griessen ( ehemalige Grenze) ging es auch schon zum Endspurt dieses Tages. Der ursprünglich gewählte Campingplatz (Biberhof) gefiel uns allerdings nicht so gut , da dieser einen total verlassenen Eindruck machte. Wir machten dann Halt am Alpencamping Marienberg, der sogar einen Wohnmobilstellplatz hatte ( 25,€ pro Nacht für 2 Erwachsene, 2 Kids und 2 Hunde plus Kasten ). Absolut top für 1 Nacht, direkt an der Bergbahn in Biberwier gelegen-super! Und direkt am Einstieg für die 2. Etappe…..

Alpencross – 2. Tag

Biberwier nach Pfunds oder Werkzeug sollte man schon dabei haben
Leider erstmal von strömendem Regen geweckt, ließen wir diesen Tage gemächlich angehen , Abfahrt 11 Uhr, da war es dann auch schon fast wieder trocken. Frisch gestärkt lässt sich so ein Fernpass doch total easy fahren, fand Mick und ich war echt das erste Mal ( es sollten noch weitere folgen) überrascht woher dieser Kerl seine Kondition nimmt!!!!
Kein Mensch begegnete uns auf dem Weg nach oben. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto auf 1.212m Höhe im dichten Nebel ging es dann bergab, worauf aber wieder ein kleines Stück bergauf folgt. Ruuuums plötzlich hakte meine Kette und nichts ging mehr ( glücklicherweise hatte ich nur einen Fuß in den Klicker Pedalen!).
Na toll, mittendrin und nix dabei, zumindest nichts, was in diesem Moment helfen hätte können. In diesem Moment kamen 2 Radler, Vater und Sohn mit Flip Flops und Trekkingsandalen, ohne Helm, dafür Mega hilfsbereit, vorbei , packten ihre Schraubenzieher aus und versuchten, den Schaden zu beheben ( ich wollte ein Foto machen, fand es dann aber doch zu unhöflich untätig daneben zu stehen und auch noch lustige Fotos zu machen…). 3 weitere Alpencrosser halfen dann auch noch, mittels aller guten Tips funktionierte mein Bike glücklicherweise nach 45 Minuten wieder.Danke nochmals an alle unbekannten helfenden Hände!!!!!!!!
Vielleicht schadet ein Minimum an Werkzeug beim nächsten Alpencross doch nicht…..
Der Rest der Etappe hat außer Strecke eigentlich nichts Wesentliches zu bieten. Zwischendurch wurden die Beine etwas schwer , denn die angekündigten 70km waren effektiv auf alle Fälle 85, wenn nicht mehr. Die Radstrecke variiert doch von der Autostrecke -Serviceteam, gell???!!!!!
Eine super Überraschung am Camping “ Via Claudiasee“ war dann , dass wir unsere lieben Ex-Nachbarn Maren und Dirk wirklich total zufällig getroffen haben und dort noch einen schönen Abend zusammen verbracht haben . Schee war’s, die Welt ist einfach doch klein….

Alpencross – 3. Tag

Pfunds nach Prad am Stilfserjoch
oder “ mal wieder durch die schweizerische Grenzkontrolle geschmuggelt“
Und wieder strömender Regen und noch dazu echt kalte Temperaturen ( 13 Grad brrrr). Trotzdem haben wir es geschafft um halb zehn zu starten ( Regenpause) und welch Wunder trotz wirklich grottenschlechter Vorhersage haben wir an diesem Tag keinen einzigen Tropfen Regen mehr abbekommen.
Nachdem wir uns beim letzten Mal ja mit Baustelle, schlechter Beschilderung so richtig verfranzt hatten, nahmen wir diesmal gleich den richtigen Weg nach Martina-welches, sich nicht wegdiskutieren lässt, einfach in der Schweiz befindet. Nur leider hatten wir wieder keine Pässe dabei, was mich nicht so ganz beruhigt sein ließ.
Der Weg dorthin führt über die Hauptstraße ( etwas düster, an diesem Pfingstmontag glücklicherweise wenig befahren) straight auf die Grenzkontrolle zu. Da die Grenzbeamten gerade beschäftigt waren, schmuggelten wir uns Ratz Fatz am Rande vorbei und schon befindet man sich ja auch schon wieder auf der Straße zur Norbertshöhe und damit zurück in Österreich.
Auch die Norbertshöhe war diesmal easy , ohne Jammern, ohne Motzen, einfach zügig hochgefahren. Super ! Kurze Pause auf 1405m und weiter abwärts nach Nauders, kurze Toilettenpause an der Gondelbahn, weiter nach Italien. Immer wieder ein cooles Gefühl da oben am Reschen an diesem Schild vorbeizufahren und zu wissen bald geht’s geschmeidig bergab!!!!
Herrlich war wieder mal den glasklaren Reschensee zu umrunden, leider geht der Weg da nochmals bergauf und bergab, aber mit ausreichend Schwung einfach zu bewältigen.

Bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein rollten wir dann ganz entspannt hinunter nach Prad am Stilfserjoch. Die letzten km legte Mick nochmal einen Schlusssprint hin, der sich sehen lassen konnte, wow!!!
Nachdem wir Ostern schon am Camping Sägemühle standen, haben wir nun den unter gleicher Führung befindlichen “ Kiefernhain“ ausprobiert. Dieser hat kostenlosen Zugang zum beheizten Freischwimmbad mit Rutsche. Es ist ein riesen Platz, sehr freundliches Personal, super saubere Sanitärgebäude mit großen Duschen, dass eine kleine Bar, Semmelservice und der Platz liegt, obwohl ruhig, nahe am Ortszentrum, eine Pizzeria ist In 5 Minuten erreichbar. Preislich sind 60 € pro Nacht jedoch schon an der Grenze.
Irgendwie langweilte uns der Gedanke morgen nur nach Tisens zu fahren und dann dort 1 Pausentag zu machen. Nach kurzem hin und herüberlegen beschlossen wir dann morgen nach Kaltern (91km) und Mittwoch direkt bis zum Lago (95km) durchzufahren. Wieder mal schneller als geplant!

Alpencross – 4. Tag

Prad am Stilfser Joch nach Kaltern am See
91 km -schau mer mal…
Öfter mal was neues! Prasselnder Regen beim ersten Wecker klingeln, aufstehen nochmal verschoben. Da es aber absehbar war, dass sich daran so schnell nichts ändern wird sind wir dann abermals um 09:30Uhr aufgebrochen. Mit einigem an Wechselklamotten im Rucksack ging‘ s los. Schon am Camping Sägemühle, wo der Radweg eigentlich erst beginnt waren wir völlig durchnässt und froren total. Mist ! Toll dabei : täglich ( sogar beim Sommer Alpencross bei 35 Grad ) waren die chicen Regenhosen im Rucksack, heute hatte ich sie ausgepackt, weil ich dachte die ziehen wir doch eh nie an. Ha ha ha!
Kurzfristig zweifelten wir aufgrund der Wetterlage daran so weit zu fahren, denn todkrank wollten wir dann auch nicht am Lago ankommen. Aber nur bis Tisens -ne…Also kurzer Anruf beim Serviceteam, Treffen in Schlanders, trocken legen und wieder ab aufs Rad. Glücklicherweise hörte es da auch auf zu regen, was nicht heißt, dass es warm war, also zog Mick vorsichtshalber 4 Hosen ( inkl. Unterhose an ), um nicht weiter zu frieren. Schönheitswettbewerb hätten wir heute keinen gewonnen ( vor allem ich in der quietschgelben Regenhose), aber trockener war’s. Heute wollten wir ja unbedingt irgendwo Mittag essen, also mussten wir auch einigermaßen sauber bleiben !
Als wir Richtung Meran fuhren, direkt auf eine Wolken-und Nebelwand zu , kam nochmal der letzte Anruf, ob wir sicher seien, es durchziehen zu wollen, da die beiden wohl mittlerweile wieder im strömenden Regen unterwegs waren.
Ja klar ziehen wir das durch !!!!!
Trotz des Wetters herrlich ab Algund die Serpentinen nach Meran runter zu fahren, doof nur, dass in Meran der Radweg und die Beschilderung abrupt endet. Wir fuhren dann erstmal darauf los, aber nach 45 Minuten gefühlt durch die “ Bronx“ von Meran gefahren zu sein war genug ( meine Lieblingsstadt wird Meran nicht mehr) fragten wir doch einen netten Herren, der uns dann auf den richtigen Weg schickte.
Die Strecke Meran bis Bozen geht dann nur geradeaus, links Industriegebiet, Apfelplantage , rechts die Autobahn, keine ( geöffnete ) Bar weit und breit ( wo auch ?), echt fad , aber zumindest trocken und sogar etwas sonnig. Da könnten wir uns sogar von der einen oder anderen Schicht befreien.
Der Radweg von Bozen hinauf nach Eppan und Kaltern ist dann wieder sehr schön und führt auch nur mäßig bergauf. Oben hat man einen tollen Rundumblick in die Weinberge. Jetzt lohnte sich eine Rast auch nicht mehr.
Zum Kalterer See hinunter geht dann ein kombinierter Fuß-/Radweg, der einen tollen Blick auf den See bietet.
Wir hatten hier die Möglichkeit am Camping “ Gretl am See“ unterzukommen, was wieder 60€ gekostet hätte, vorgezogen haben wir dann den Wohnmobilstellplatz direkt vor dem Camping für schlappe 25€ mit kleinem, aber auch sehr neuen und gepflegtem Badehaus.
Nach einem kurzen Gewitter bei der Ankunft klarte es sofort wieder auf und so konnte die Family noch in den w3 Grad warmen See springen, ehe wir den Abend ruhig ausklingen ließen.
Unser Fazit: als Zwischenstopp ein schöner See und Stellplatz, für einen längeren Urlaub würden wir uns hier zu jung fühlen, das Publikum ist dann doch eher gehobeneren Alters….
Gute Nacht, morgen steht schon die letzte Etappe an, irgendwie schade….

Alpencross – 5. Tag

Der Zielsprint vom Kalterer an den Gardasee
Schneller als wir dachten und geplant hatten war es soweit-der letzte Tag brach an. Einerseits waren wir froh ( und stolz) die Tour so schnell durchgezogen zu haben, andererseits auch ein wenig traurig , weil es soviel Spaß gemacht hat. Und wer weiß, auch wenn man es plant, ob man es so nochmal macht.
Egal strahlender Sonnenschein spornte uns schon früh an, aufzustehen und los zukommen. Trotzdem war das Frühstück in der Sonne dann so schön, dass wir wieder zu unserer 9:30Uhr Abfahrtszeit den Stellplatz am Kalterer See verließen. Da direkt kein Radweg anfing führen wir zunächst Richtung Tramin und Bögen dorthin auf einen Wanderweg ab. Naja nicht ganz so erfolgreich, denn nachdem wir gefühlt ewig relativ steil bergauf führen ging der Weg nicht mehr so eindeutig weiter und wir machten kehrt.
Sehen wir es mal als “ warm fahren “ an…
Kurz darauf haben wir dann auch gecheckt, dass wir doch die Radroute Richtung Auer/Neumarkt nehmen mussten ( wäre auch schon nahe am Camping möglich gewesen ) und waren nun zumindest mal auf der richtigen Route. Schade, dass schon 45 Minuten vergangen waren und wir noch 90km vor uns hatten. Egal, Mick legte wie gewohnt ein recht hohes Tempo vor, er “ roch“ wohl schon den See .
Heute waren wir zudem wild entschlossen in mindestens eine Bar einzukehren, nachdem wir das ja die letzten Tage irgendwie verpasst hatten. Die Strecke heute war tatsächlich nur Strecke, immer geradeaus,von herrlicher Südtiroler Landschaft umgeben, keine wesentlichen Steigungen oder Abfahrten.

Den ersten Stop machten wir dann direkt im Trentino in der Bici Bike Sport Bar, wirklich schön, mitten im Grünen, direkt am Radweg, Cappuchino und Panini lecker und so ging es gestärkt weiter, Kilometer für Kilometer, Wetter top, schon fast etwas warm.
Die Laune war immer noch blendend und wir hatten auch bei dieser Etappe viel Spaß zusammen. Den zweiten Stop machten wir dann an einer weiteren Bici Bar am Ortsausgang von Trento, auch super schön und nun blieben nur noch 50km Reststrecke, die wir ja schon von unserer Oster-Etappe kannten. Mick hatte zwischen Rovereto und Mori ( gefühlt) ein kleines Tief, was aber auch an seinen vom Heuschnupfen aufgequollenen Augen lag, der Arme!
Als wir dann noch knapp 10km vor uns hatten, das Ziel sozusagen in Augenweite war, zog der junge Herr dann nochmal richtig an und auch ich musste meine letzten Kräfte mobilisieren. Nachdem ich dann in Nago mit unserem letzten Wasser geduscht wurde ging’s nur noch die alte Straße hinunter nach Torbole-egal, ob per Bike oder Auto immer wieder herrlich hier anzukommen.
Endstation im See war eine willkommene Erfrischung und wir wurden vom ganzen Empfangskomittee bejubelt und mit Eistee und Aperol Spritz begrüßt.
Tolle Tour, tolles Erlebnis, tolles Team-Danke Mick für’s mitfahren und hoffentlich bis nächstes Jahr!!!!

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